
Es ist ein sommerliches Wochenende. Ich sitze am Computer und grüble. Die Internetverbindung ist langsam und ich brauche Stahlnerven. Draußen scheint die schlafende Sonne über den artigen Dächern. Der Nussbaum ist noch grün und die Vögel zwitschern ruhig ihren bekannten Gesang, wie alte Greisinnen, die sich sammeln über die neusten Gerüchte zu klatschen.
Ich bin zurzeit im Facebook und sage einem Freund(?!-mir war es schwierig zu unterscheiden, ab wann ein Deutscher als Bekannter/Freund/Arbeitskollege gilt, weil die zwischenmenschlichen Beziehungen sich in diesem kulturellen Raum anders aufbauen; in Rumänien ist alles auf einmal…), dass ich mich wie ein einsamer Spatz auf einem Ast im Winter fühle…”Es klingt lyrisch” antwortet er darauf. Och ja, lyrisch und schmerzhaft: weit von zu Hause, in einem fremden Land, wo die Unterschiede ziemlich auffällig sind. Und denke: “Warum beklage ich meine innerliche Situation, wenn sie mich vielleicht nicht verstehen werden?”. Es ist ein verzweifelter Gedanke, der aus dem unendlichen Heimweh entsteht. Ich bin ein echter Spatz: ich bin klein, wahrscheinlich niedlich durch meine Größe und spreche eine undeutliche geheimnisvolle Sprache und ringe ums “Überleben” in einem Umfeld, das mich irgendwie übertrifft. Und stehe auf und nähere mich dem Fenster. Der Vorhang bewegt sich im Tempo des verführerischen Windes, wie ein scheues Mädel bei seinem ersten Paartanz. Und schaue den Himmel an und versuche meine Heimat zu spüren: durch realistische Vorstellungen, durch Erinnerungen, durch Raunen.
Aber das Fenster ist bald zu, die Phantasie lässt den Spatz entschwinden.
[...] die Ursache für viele SuizideOskar Pastior: „… sage, du habest es rauschen gehört‟Der Mythos des einsamen Spatzes #header { padding-top: 10px; padding-bottom: 10px; padding-left: 2%; text-align: left; } #header [...]