
Ich habe einen Doppelgänger…am Tag steht er gegen 6 Uhr auf und bewundert die oberflächliche Menschheit von oben, als ob er der Herrscher ihrer Schicksale wäre…er wäscht sich manchmal mit den Tropfen des Regens , die sich in den Pfützen seiner Seele sammeln. Am Tag schwärmt er vom poppigen Leben, von den Geschäftsleuten, die es immer eilig haben. Zwischen Staub und Flüchen, zwischen Bettlern und Halbstarken, zwischen Huren und ehrlichen Geliebten, die einander goldene Berge versprechen, zwischen schlechten Gerüchen und teuren Parfums, zwischen schüchternen Jungfrauen und gemeinen metrosexuellen Männern…führt er sein Leben weiter…Erst in der Nacht wird er ruhig in dem schattigen Mondschein. Nur in einigen Plätzen hört man die bellenden Hunde und einige Trinklieder der Gäste, die sich unter den leeren Gläsern im alten Zentrum befinden. Jetzt zeigt er seine geheimnisvolle Seite der Persönlichkeit. Aufmerksam und nachdenklich setzt er sich auf eine Bank und hört dem flüsternden Dambovita-Fluss zu… Seine Gedanken wirbeln wie Bumerange in eine ausgebrannte Verzweiflung…Er ist geistig leer wie eine lebende Leiche…Er…Mein Doppelgänger…Bukarest…
Wie soll man sich eine “lebende Leiche” vorstellen. Ich persönlich habe ziemlich viele Schwierigkeiten. Es ist aber immerhin sehr schön, wie Du den so viel gehassten Bukarest vorstellst.
Bis bald,